Madagaskar- Geschichte und Kultur
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In seiner langen Geschichte war Madagaskar
schon immer ein reines Einwanderungsland.
Inzwischen leben 18 verschiedene Nationen
unterschiedlicher Kulturen auf der Insel friedlich
zusammen. Menschen unterschiedlicher Herkunft
siedelten im Laufe der Zeit auf der Insel
und beeinflussten stetig deren Kultur und
Entwicklung. Dies lässt sich auch an
der Sprache und den Traditionen der Madegassen
ablesen.
Die ersten Bewohner Madagaskars wanderten
höchstwahrscheinlich aus Südostasien
auf die Insel ein.
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Die ersten Einwohner
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Die Madagassen, von denen viele einen Ahnenkult
betreiben, glauben heute dass die Vazimba,
ein hellhäutiges Volk, die ersten Bewohner
der Insel waren. Sie werden als älteste
Vorfahren verehrt und einige Stammeskönige
führen ihre Abstammung auf dieses Volk
zurück. Archäologen gehen davon
aus das die Insel zwischen 200 und 500 vor
Christus besiedelt wurde, in der Folge bildeten
sich zahllose kleine Königreiche. Die
ersten Siedler sollen im Rahmen der so genannten
austronesischen Expedition aus Indonesien
nach Madagaskar gekommen sein.
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Hierauf weisen viele Gemeinsamkeiten
zwischen der indonesischen und der madegassischen
Kultur hin. So hängen auch viele Indonesier dem
Ahnenkult an und der Bau von Häusern und Kanus
und der Reisanbau in den beiden Kulturen gleichen
sich.
Der
Merina, die Angehörigen des größten
Volksstammes auf Madagaskar gleichen den Indonesiern
auch äußerlich. Parallel zu den Indonesiern
überquerte vermutlich das Volk der afrikanischen
Bantu die Straße von Mosambik und wurde
auf Madagaskar sesshaft. Die Bantu führten
die Musikinstrumente Jejolava und Valiha ein,
auf ihnen wird noch heute traditionell Musik
gespielt. In der Kultur Madagaskars spielt die
Musik eine wichtige Rolle, neben den traditionellen
Liedern wird auch Jazz, französischer Chanson
und Popmusik gespielt, besonders an den Küsten
ist die Tanzmusik salegi verbreitet. |
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Auch im traditionellen madagassischen
Theater, dem Hira Gasi, spielt die Musik eine wichtige
Rolle. Auch der Besitz von Vieh wurde von den Bantu
auf die Insel gebracht, er ist besonders im südlichen
Madagaskar, das am stärksten afrikanisch geprägt
ist, verbreitet. In diesen Gegenden wird der Status
einer Familie an der Anzahl ihrer Tiere gemessen.
Die ersten historischen Überlieferungen
über Madagaskar stammen jedoch aus dem siebten
Jahrhundert als die Araber an der Nordwestküste
Stützpunkte einrichteten.
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Handelsplattform im Mittelalter
Im Mittelalter errichteten arabische Seefahrer
Handelsorte an der Küste Madagaskars,
so gab es vom 10. bis zum 14. Jahrhundert
mindestens eine Handelsstadt mit einer Moschee
und Gebäuden aus Stein.
Die Araber blieben im Vergleich zu den anderen
Volksgruppen eine Minderheit, sie hinterließen
aber deutliche Spuren in der Sprache, die
Bezeichnungen der Jahreszeiten und der Tage
sind arabischen Ursprungs.
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Die Araber führten auch das
patriarchalische Familiensystem ein, das das polynesische
System ablöste. Auch Sklavenhändler aus
Sansibar kamen im Mittelalter nach Madagaskar und
siedelten an der westlichen Küste der Insel.
Von der Pirateninsel zur französischen
Kolonie
Im 17. Jahrhundert wurde Madagaskar
eine Pirateninsel. Im 18. Jahrhundert wurde Madagaskar
unter der Merinda- Monarchie erstmals ein politisch
einheitliches Königreich. Ende des 19. Jahrhunderts
schafften die Franzosen, die schon vorher ein Protektorat
auf Madagaskar besaßen, die Monarchie ab und
die Insel wurde endgültig französische Kolonie.
Der Weg zur Unabhängigkeit
Nach einem Aufstand im Jahre 1947 und verschiedenen
Unruhen wurde Madagaskar dann im Jahr 1958
ein unabhängiger Staat innerhalb der
französischen Gemeinschaft. 1960 wurde
das Land endgültig unabhängig, es
nahm eine Verfassung an, ein Präsident
wurde gewählt.
In den 1970er und 80er Jahren entwickelte
sich Madagaskar zu einem Ein- Parteien- Staat
mit sozialistischer Planwirtschaft, die das
Land zunehmend in die Armut trieb. Erst 1992
wurde eine neue Verfassung verabschiedet und
es gab wieder Wahlen mit mehreren Parteien.
Die Regierungen bemühen sich seit dem
um eine Privatisierung der Wirtschaft und
um eine Einigung des politisch gespaltenen
Landes. Typisch für die madegassische
Kultur ist auch das uralte Brettspiel Fanorona,
es war schon zur Zeit der Könige bekannt.
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Trotz der vielen verschiedenen Ethnien
die auf Madagaskar zusammen leben hat sich so etwas
wie eine gemeinsame Kultur gebildet, die Bräuche
sind auf der ganzen Insel gleich, die Menschen sprechen
madagassisch und französisch. So gut wie alle
Bewohner der Insel, egal welcher Religion sie sind,
hängen dem Ahnenkult an.
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